Fahrradtour                    Berlin - Flensburg

Potsdam - Swinemünde - Großenwiehe
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Radtour 2013                                                      Potsdam - Berlin - Himmelpfort - Ueckermünde - Swinemünde - Freest - Altefähr - Born am Darß -    Rerik - Travemünde – Großenwiehe

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25.06.2013 Potsdam - Berlin

 

25.06.13

Potsdam - Berlin Wannsee 19 km

 

Die erste Etappe von Potsdam nach Berlin Wannsee zur Jugendherberge findet im Regen statt. Obwohl man 18 Kilometer wohl nicht als Etappe bezeichnen kann, werde ich so nass, wie auf den folgenden 10 Etappen zusammen nicht. Der Garmin (Navi) leitet mich und ist mir in der Großstadt bei diesen Bedingungen eine große Hilfe. Die Fahrt über geschotterte Wege durch den dichten Grunewald empfinde ich als abenteuerlich. Dunkel, matschig von unten und feucht von oben. In der Jugendherberge kann ich mich trockenlegen und die Klamotten auf Vordermann bringen. Mein Zimmer teile ich mit einem jungen Inder, der gerade Europa erforscht.

DJH , o.k., wenn man nass ist in Berlin.

und die Kamera blieb wasserdicht verpackt.

Radtour Berlin Flensburg

26.06.2013 Berlin - Himmelpfort

Berlin - Himmelpfort 124 km

 

Heute spät dran. Um 9:00 Uhr geht´s in Richtung Norden. Eine Großstadt ist doch nicht das richtige Terrain für das Fahren mit Gepäck. Aber dennoch interessant. Hinter Oranienburg wird der Havel-Radweg einfach traumhaft. Das wird sich bis zu meinem heutigen Etappenziel in Himmelpfort fortsetzen. Perfekter Belag in toller Umgebung.Teilweise auf dem Haveldeich und kilometerweit durch Wälder. Als Unterkunft wird mir das Himmelspforter Weihnachtspostamt empfohlen. In der Weihnachtszeit werden hier 300 000 Sendungen von Kindern an den Weihnachtsmann bearbeitet. Prima Einzelzimmer mit Küche und Dusche auf der Ebene 34€

Weltklasse Frühstück ****

Radtour Berlin Flensburg

27.06.2013 Himmelpfort - Ueckermünde

Himmelpfort - Ueckermünde 124 km

Radtour Berlin Flensburg

Im Postamt des Weihnachtsmannes gibt es ein üppiges Frühstück mit leckeren Brötchen, Wurst, Käse, Rührei, selbstgemachten Marmeladen, frisch geschnittenem Obst, Müsli, Quark, Joghurt und mit einem großen Milchkaffee aus einer richtigen Maschine, wie ich es liebe. Das alles noch reichlich dekoriert und - nur für mich :). Der Himmel ist blau, trotzdem ist es kühl. Ich habe in der Nacht geschwitzt kämpfe noch ein bisschen mit Halsschmerzen. Ich kann das ständige Jacke an - zu warm, Jacke aus - zu kalt nicht ab. Die Qualität der Radwege hält an, die Qualität der Beschilderung lässt nach. So fahre ich zweimal größere Umwege. Diese Gegend hätte ich sonst nie gesehen, denke ich mir. Denn die Landschaft ist schön. Viel Wald und riesige Getreidefelder. Ich rolle um 16:00 Uhr mit Rückenwind in Ueckermünde ein. Die Touristinfo vermittelt mir für 20 Euro ein Zimmer. Ich nehme mir am Abend Zeit für Ueckermünde und unterhalte mich mit einem Angler:       "Heringe"?

"Ne, die gibt´s hier nicht. Hier haben wir Süßwasser". Ach ja, der Bodden ist groß. Ich fühlte mich schon an der Ostsee. Morgen früh nehme ich die Fähre nach Kamminke.

Günstige Pension ???? Preis Leistung ist Top

Radtour Berlin Flensburg

28.06.2013 Ueckermünde - Freest

Ueckermünde - Freest 90 km

Radtour Berlin Flensburg

Der Tag beginnt mit einer 80 minütigen Schiffahrt über das Stettiner Haff nach Kamminke. Wetter ist bombe. Kurz hinter Kamminke, am Ende der Dorfstraße fahre ich über eine kleine Brücke und befinde mich in Polen. Auf der Krzywa, einer schönen Radstraße geht´s direkt ins Zentrum von Swinemünde. An der Swina entlang fahre ich in einem Bogen um die Spitze der Mündung und weiter auf die Promenadenstraße. Die Zigaretten und Spirituosenverkäufer sind seit meinem letzten Besuch jetzt mit festen Ständen dauerhaft ins Geschehen integriert. Vorher wurde noch im Waldstück gehandelt und bei Erscheinen der Ordnungshüter verschwanden einige Personen kurzerhand im Wald. Ich fahre auf der Promenade, und plötzlich bremst mein Rad automatisch ab. Es riecht nach Bratwurst. Das Treiben um mich herum erinnert mich ein wenig an Kirmes. An der verantwortlichen Bude ordere ich eine Currywurst - was für ein unerwartetes Highlight. Beim Verzehr am Stehtisch starre ich auf eine Brücke mit einem weißen Gebäude, das mir bekannt vorkommt. Auf meine Nachfrage an eine junge Frau - " bitte - wo bin ich hier ?" bekomme ich die überraschende Auskunft: " im Seebad Ahlbeck "    

Jetzt geistiger Szenenwechsel in das Jahr 1943. In diesem Jahr hat es meine Mutter im Krieg nach Ahlbeck verschlagen. Weil es hier sicherer als in Kiel sein sollte. Aus ihren Erzählungen sind mir der Strand und die großen Brücken in Erinnerung geblieben. Ich habe den Grenzübergang also nicht mitbekommen. Ich bin wieder im Lande. Swinemünde, Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin. Eine endlos lange Strandpromenade mit massenhaft Touristen (im Moment jedenfalls). Ich bin froh, als wieder relativ einsame Radwege vor mir liegen. Über Ückeritz und Zempin nach Wolgast. Eine Stadt mit schönen alten Gebäuden, die von kopfsteingepflasterten Straßen umgeben sind. Ich beschließe noch ein wenig zu fahren und will heute campen. Im Waldcamp Freest (gegenüber Peenemünde) kann ich mich gut auf´s Zelten eingewöhnen. Freundliche Bedienung, und im Ort ein schöner Fischereihafen. Die Fischer reparieren gerade ihre Netze und reinigen sie von Muscheln und Seetang. Die Boote sind allesamt in leuchtenden Farben gestrichen, eine tolle Stimmung. Heute ist mir nach einem Fischgericht. Vom Waldcamp Freest wird mir das Restaurant " An der Waterkant " an´s Herz gelegt. Und es kann keinen gelungeneren Etappenabschluss geben. Ein wirklich schmackhaftes Fischgericht in angenehmer Atmosphäre. Beim Verlassen des Hauses wird mir (der Chef beobachtete mich beim Schreiben des Tagebuches ) ein Schreiber geschenkt. Hier fühle ich mich wohl.    

Der Campingplatz ist gut und hat einen überdachten Bereich für Zelter.

 

Toller kleiner Ort mit erstaunlichen Restaurants! *****

Radtour Berlin Flensburg

29.06.2013 Freest - Altefähr

Freest Altfähr 95 km

Radtour Berlin Flensburg

Frühstück auf den Campingplatz wieder zünftig mit Kaffee vom Kocher. Nur die Filtertüten müssen qualitativ besser werden. Sie reißen, und die Koffeinsuppe landet komplettin der Tasse - schmeckt aber trotzdem. Pünktlich zur Abfahrt setzt ein Sprühregen ein, der erst in Greifswald wieder aufhört. Das von mir mit Spannung erwartete alte AKW Lubmin erfahre ich als zerfallene Industrieruine. Wegen des regnerischen Wetters fahre ich direkt über Kemnitz nach Greifswald. Bei Edeka Proviantübernahme. Ein älterer Mann mit Rollator verspricht ein Auge auf mein Rad zu werfen und wir unterhalten uns noch ein wenig. Bevor ich weiter fahre bekommt er noch etwas auf die Hand. Jetzt weiter in Rtg. Stralsund und ab Mesekenhagen folgen 12 Kilometer mit feinstem Kopfsteinpflaster ;). In Reinberg folge ich der von Hans empfohlenen Route und nehme die Glewitz - Stahlbrode Fähre. Auf Rügen setzt mir der Autoverkehr - auch auf den Nebenwegen - stark zu. Der ausgewiesene Ostseeküstenradweg ist zwischen Rambin und Altfähr teilweise zu einem Trampelpfad verkümmert und die geteerten Abschnitte sind vollkommen zerstört. Hier wird nichts investiert für die vielen Radtouristen, die auch mit ihren Kinderanhängern über diese Wege geleitet werden. Radwege sollten einen gewissen Standard aufweisen, besonders wenn sie dick rot in die Radkarten gezeichnet sind. Den Campingplatz "Sund Camp" erreiche ich gerade noch bei Trockenheit. Kurz nach  Zeltaufbau gehen die Schleusen auf. Nachdem ich gesehen hatte, dass die Rezeption erst um 08:00 Uhr öffnet, möchte ich gleich bezahlen. "Das geht nicht" meint der Mann von der anderen Seite des Tresens. Warum? Bisher hätte ich nie Probleme damit gehabt. Ich würde gern früher abreisen und deshalb gleich bezahlen. O-Ton:       " Interessiert mich nicht, DU (ich kenne den gar nicht) hast dich an die Regeln zu halten " - und schaut dabei weiter nur auf seinen Bildschirm. Diskussion vollkommen sinnlos. Ich gehe raus und ärgere mich über so viel Starrsinn. Am nächsten Morgen bezahle ich und werde gefragt, ob ich eine Rechnung haben will. Ja, und ob ich eine Rechnung will - und auch schnell weg.      

 

Radtour Berlin Flensburg

30.06.2013 Altfähr - Born am Darß

Altfähr - Born 94 km

Radtour Berlin Flensburg

Abreise um 08:30 nach Rügener Atomzeit! Der Himmel hängt nicht voller Geigen, sondern prächtiger schwarzer Wolken. Und es weht ein mächtiger WSW Wind, der bis in die Nacht anhalten, und die heutige Etappe um einiges erschweren wird. Über den alten Rügendamm fahre ich zur "Gorch Fock 1". Auf diesem Schiff gehörte mein Vater zur Besatzung. Dann weiter. Es ist Sonntag, und nur ein Bäcker hat geöffnet. Hier werden wieder Vorräte gebunkert. Mein Motto "was man hat, das hat man"! Man weiß nie, wann der nächste Shop auftaucht. Im übrigen stelle ich fest, dass meine Ernährung auf Radtouren zum Großteil vom Konditor gesichert wird. Im normalen Leben bin ich überhaupt kein Kuchenliebhaber, aber jetzt kann ich bedenkenlos die Kohlenhydrate genießen, die man sonst meiden sollte.           Dem Wind entgegen fahre ich über Klausdorf nach Kinnbackenhagen und frage mich, wie wohl der Name der Patengemeinde lautet. Die Route um den Graboer Bodden bis nach Barth führt auf offener Fläche frontal gegen den Wind und geht so richtig in die Beine. In Barth habe ich mir eine Pause mit Kakao und Brötchen verdient. Jetzt eine kleine Stadtbesichtigung. Weiter über Zingst und auf dem Damm (immer noch mit Gegensturm) nach Prerow. Hier will ich auf dem Campingplatz einchecken und die Beine ausruhen. Eine Pizzeria habe ich auch schon geortet. Der Campingplatz ist riesig und zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut belegt. An der Rezeption kann ich nicht einchecken, "Da müssen sie ins „Eincheck Center". Im Eincheck Center wird mir erzählt, dass Zelte nur am 2 Kilometer breiten Strand stehen können, der sehr voll ist. Ich überlege kurz und fahre weiter. Meine Ruhe ist mir wichtig. Nach 15 Kilometern erreiche ich Born. Auf dem Campingplatz lege ich meinen Campingausweis auf den Tresen und die Empfangsdame sagt: "Großenwiehe, das kenne ich. Da habe ich Verwandtschaft".

 

5 Wohlfühlsterne *****

 

01.07.2013 Born am Darß - Rerik

Born - Rerik 88 km

Radtour Berlin Flensburg

Aufbruch am Morgen auf schönem Schotterweg entlang dem Bodden nach Ahrenshoop. Die Raben wundern sich über die komische Gestalt mit dem ganzen Gepäck. Brötchenalarm in Ahrenshoop (belegte Brötchen für 80 Cent).In Stralsund habe ich noch das doppelte berappt. Weiter über Graal und Marktgrafenheide nach Warnemünde. Mit der Fähre übergesetzt und - gleich fehlt die Beschilderung. Der Weg führt dann direkt an der Küste und tlw. auf dem Deich entlang. Kurz vor Heiligendamm habe ich meinen ersten Platten :(. Der als „ unplattbar „ angepriesene Schlauch kann nicht gerettet werden und wandert in den Müll. Plötzlich stehe ich vor dem „ Grande Hotel „.       2007 fand hier der G8 Gipfel statt. Alle „ Großen „ saßen hier in einem Strandkorb. Die Herberge wirkt irgendwie am falschen Ort. Eine Nobelherberge in einem großen Dorf umringt von Pensionen und Campingplätzen. Dann sightseeing in Kühlungsborn - und ich habe gleich wieder einen Platten :((. Um mein Material zu sortieren entscheide ich mich für den fünf Kilometer entfernten Campingplatz in Rerik. An der Rezeption habe wieder Plattfuß :(((. Allesamt vorn und ohne einen Übeltäter zu finden. Auf dem Platz gönne mir ein Schnitzel mit Pommes / rot weiß ;)))

Dieser Campingplatz hat sehr gute neue Sanitäreinrichtungen. *****

Campingplatz ist gut!

Radtour Berlin Flensburg

02.07.2013 Rerik - Poel - Travemünde

Rerik - Poel - Travemünde 108 km

 

Heute bin ich mit kleinen Ausnahmen nur auf gut asphaltierten Radwegen gefahren. Nach 20 Kilometern biege ich in Gross Strömkendorf ab und fahre auf die Insel Poel. In dem Ort Kirchdorf will ich mit der Fähre nach Wismar übersetzen. Diese fährt aber erst in 2 Stunden. Also schaue ich mich ein wenig um, und fahre die Strecke nach Wismar mit dem Rad. Eine kleine Pause am Hafen, eine Runde durch die Altstadt und weiter geht´s mit kleinen Umwegen nach Boltenhagen. Hier gönne ich mir Eis und Kaffee beim Italiener. Der nun beginnende Radweg ist neu, sehr wellig und bietet traumhafte Ausblicke auf die Ostsee. Die letzten 5 Kilometer bis zur Fähre am Priewall rollt man auf festem Schotter. Das Zelt baue ich auf dem Campingplatz in Ivendorf bei Travemünde auf. Ich habe jetzt noch ausreichend Zeit, um mir Travemünde mit seinem regen Strand- und Promenadenleben anzusehen. Morgen geht´s nach Kiel zu Finn.

 

Prima Campingplatzlatz.****

Radtour Berlin Flensburg

03.07.2013 Travemünde -Kiel

Travemünde - Kiel 98 km

Radtour Berlin Flensburg

Abfahrt in Travemünde um 07:50, und um 07:51 setzt ein leichter Regen ein. Passt. Von Travemünde bis Niendorf entlang der wirklich schönen Steilküste,( ich mache kein Hehl daraus, die Platten sind immer noch im Kopf ) auf Schotterwegen, und dann durch Timmendorf bis nach Scharbeutz auf der Promenade entlang. Direkt durch die Vorgärten einiger Nobelvillen. In Scharbeutz fahre ich ein zweites Frühstück ein, und mache mich auf den Weg ins Landesinnere. Ich suche die Quelle der Trave in Gießelrade.     Hier entspringt die Trave und fließt in einem großen Bogen gegen den Uhrzeigersinn 124 Kilometer weit bis sie in Travemünde in die Ostsee mündet. Weiter nach Glasau, Stadtbek und dann über Bosau auf dem Radweg am Plöner See entlang bis Plön. Ab Preetz fahre ich auf dem Schwentine-Radweg. Hier will mir Finn entgegenkommen, findet den Radweg von der Kieler Seite aber nicht. Und ich wäre besser nicht darauf gefahren. Den Weg begleitet nach kurzer Zeit nur noch das Hufeisensymbol, und führt im tiefen Wald speziell für Pferde angelegt hoch runter hoch runter hoch und wieder runter und ist gespickt mit extra tiefen Schlammeinlagen. Also absolut kein Metier für meinen bepackten Esel. Ich treffe Finn an der Schleuse in Wellingdorf. Abends essen wir gemütlich beim Mongolen und lassen es uns gut gehen.   

Wohlfühlsterne *****

Radtour Berlin Flensburg

04.07.2013 Kiel - Großenwiehe

Kiel - Großenwiehe 92 km

Radtour Berlin Flensburg

Gut geschlafen und gefrühstückt. Endspurt. Heute führt die Strecke über heimatliches Terrain. Über die alte Kieler Hochbrücke fahre ich auf Nebenwegen nach Eckernförde. Dann noch einmal mit der Missunde-Fähre übersetzen und über Böklund ab nach Hause.

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