Radtour Dänemark 2020

Dank Corona fällt meine geplante  Tour München - Lago Maggiore - Freiburg ins Wasser.

Genauer gesagt in die 'Dänische Karibik', wie die Inseln in der südwestlichen Ostsee genannt werden.

Deshalb werde ich wieder durch mein Lieblingsrevier radeln,

und dabei noch ein Teil des Ostseeküstenradweges in Schleswig-Holstein befahren.

 Radtour Dänemark

1.
Königswetter!
Bei Sonnenschein und Rückenwind durch bekannte Landschaft. Um 7:30 Uhr sitze ich auf dem Sattel.
Quer durchs Land fahre ich an die Schlei, um in Missunde die kleine Fähre zu nehmen.
Die Fährfahrt (100 m) zum anderen Ufer schlägt mit 1,20 € zu Buche. Meine erste Ausgabe.
Dann geht es weiter durch Eckernförde mit seinem beschaulichen Hafen. In Strande, an der Kieler Förde, muss ich
zu lange auf eine Fähre nach Laboe warten. Deshalb  fahre ich ein Stück weiter zum Falkensteiner Strand.
Hier pendeln die Fähren regelmäßiger. Dann weiter des Weges an der Kieler Förde über Laboe, Kalifornien,
Brasilien (Wahnsinn) und schließlich lande ich auf meinem ersten Campingplatz in Hohwacht. 
 Radtour Dänemark

2.

Die Holsteinische Schweiz macht ihrem Namen alle Ehre. Hoch und runter, aber im Kleinen.

Dann bin ich auf dem Kleiderbügel, wie die Brücke nach Fehmarn genannt wird.

Auf Fehmarn fahre ich auf  Nebenstraßen inmitten der goldgelben Felder. Auch der Blick vom Deich im

Norden der Insel ist beeindruckend. Auf der einen Seite die Ostsee, und hinterm Deich kilometerlang Wohnmobile, Wohnwagen, Zelte und alles was es zum Übernachten gibt. Die Fährverbindung Puttgarden nach Rødbyhavn

ist für mich Premiere. Trotz Corona darf ich wieder nach Dänemark. Dan die mit Spannung erwartete Kontrolle auf Dänischer Seite. Als einziger Radfahrer rolle ich als letzter hinter den ganzen LKW von Bord, und werde vorbeigewunken.

Ich solle ganz nach vorn fahren, ruft jemand. Ganz vorn interessiert sich dann aber niemand für mich.

Ungläubig stehe ich, dann schon außerhalb des Zollbereichs, und blicke mich suchend um, - keiner ruft?!

Willkommen in DK.

Ein kurzer Besuch in Rödby Havn, und ich mach mich direkt auf den Weg zu meinem angestrebten Campingplatz in Maribo.

Der Radweg ist ein 20 Kilometer langer Bahntrassenradweg (Jernbanestien), der auch noch weiterführt.

Bahntrassenradwege bedeuten ruhiges Radeln fernab vom Verkehr.

Der Campingplatz weckt Erinnerungen. Auf meiner Schwedentour 2015 bekam ich, weil meine Regenjacke undicht war,

einen großen Müllsack. Mit einem Loch für den Kopf und zwei Löchern für die Arme hat er mir dann für die

nächsten drei Wochen gute Dienste geleistet. 

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3.

Lolland und Falster.

Wieder schöne Radwege, d.h. Nebenstaßen mit glattem Asphalt.

Und die Bahntrasse vom Vortag, der Jernbanestien, ist auch wieder ein paar Kilometer mein Begleiter.

Besonders schön ist der Küstenweg hinter Ulslev. In Stubbeköbing verzichte ich auf die Fähre nach Møn, 

und fahre geradewegs in Richtung Nørre Alslev Sogn und dann über die Brücke (die schon arg mitgenommen ist)

nach Vordingborg auf Seeland.

Der Campingplatz liegt direkt am Wasser, ist günstig und für Zelter gut eingerichtet.

Auf der Bank dann, mit Blick auf den Smålandsfarvandet, schmeiße ich meinen Kocher an.

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4.

An meinem 4.ten Tag bin ich viel auf Radwegen an Hauptstraßen unterwegs. Unterwegs, zwischen Næstved und Slagelse

hat die Eiszeit ganze Arbeit geleistet, und mächtige Erdhügel aufgeworfen. Für mich unerwartete topographische Einlagen. Ansonsten prima Straßen. Die Westseite von Seeland versprüht dann das typisches Dänische Flair.

Die Sommerhäuser stehen teilweise direkt am Strand, viele Badende tummeln sich, und überall weht der Dannebro.

Abermals erwische ich einen schönen Campingplatz. Die Hitze des Tages hat mich ein wenig erschöpft,

da kommt ein kühlendes Bad im Meer genau zum richtigen Zeitpunkt.

Zur Feier des Tages gibt es kulinarisch die Spezialität des Hauses - Chicken Pommes.

Allerdings auch das einzige 'Menue' in dieser Woche, und vielleich auch in diesem Jahr -

für mich aber allemal ein kulinarisches Feuerwerk. 

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5.

Early Bird! 

Schon um 6:15 Uhr sitze ich im Sattel und begebe mich auf den Weg zur Fähre von Kalundborg nach Samsö.

Vorher aber noch bei Rema in Kalundborg mein Proviant auffüllen, man weiß ja nie.

Gestern gab es ja eine kleine Durststrecke. Eine Stunde und zwanzig Minuten dauert die Fährfahrt.

Na, heute beginnt es ja entspannt. Dann, auf der Insel, gleich den ersten Campingplatz angesteuert.

Das Zelt ist schnell aufgebaut (direkt am Wasser) und so wird Samsö ohne Packtaschen erkundet.

Beschauliche kleine Ortschaften und schöne Nebenwege sind ideal für Radfahrer.

Samsö strahlt Ruhe aus, und es gibt einiges zu sehen. Im Vorbeifahren fällt mir eine Menschentraube auf.

Offene Tür beim Samsö 'Vin Syndikat'. Der Weinberg der Insel.

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6.

Ich bin früh an der Fähre von Samsö nach Hou. Aber doch nicht der erste Gast.

Ein Passagier hatte bereits in der Wartehalle übernachtet, und wurde nun von meinen Tätigkeiten am

Ticketautomaten geweckt, und sah dann auch dementsprechend aus. Jetzt geht es weiter aufs Festland.

Ein recht frischer Gegenwind und ein paar ordentliche Regengüsse begleiten mich auf meinem Weg über

Horsens nach Vejle. Vejle, ich kenne es doch vom Grejsdalsløbet, überrascht mich aber wieder

mit seinen phenomenalen Anstiegen,die z.T.um die 20% betragen.

Überall stehen kleine Schildchen mit dem Hinweis auf Länge und durchschnittliche Steigung,

damit der Radfahrer sich auf das Kommende einstellen kann, toll gemacht.

Da geht's zeitweise ans Eingemachte, bei mir und meinem Lastenesel.

Puha! 

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7.

Heute ist meine letzte Etappe.

Da ich die Gegend kenne, und die Distanz für mein Vorhaben heute fast 140 Kilometer beträgt,

nehme ich den direkten Weg. Durch die Städte Kolding. Hadersleben und Apenrade, die durch gute

Radwege untereinander verbunden sind, komme ich zügig voran.

Nur vereinzelt fahre ich auf dem Seitenstreifen, der dann auch radfahrerfreundlich breit ausgelegt ist.

Ab Apenrade kennt mein Rad seinen Weg.

Schlussendlich, durch das ehemalige Internierungslager Fröslev,

geht es über den Grenzübergang Padborg wieder nach Hause. 

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7 Tage unterwegs

755 gefahrene Kilometer

keine Probleme bei mir und -

keine Probleme am Surly